Das größte Artenschutzprojekt Brandenburgs

Insgesamt 400.000 Aale wurden am Donnerstag (18.10.2018) in der Havel ausgesetzt. Allein in diesem Jahr werden 900.000 Euro in das seit 2006 laufende Projekt investiert. Mehrmals jährlich werden Aale in Brandenburger Gewässern mit Zugang zu Havel und Elbe ausgesetzt. Über die Nordsee und den Atlantik wandern die Fische bis in die Sargassosee, um dort im Alter von zehn bis 20 Jahren zu laichen.

Ronald Menzel von der Initiative zur Förderung des Europäischen Aals, der die Aktion begleitet, sagt dazu: „Bei den Aalen handelt es sich um sogenannte Glasaale, die als Jungtiere durchsichtig waren, wodurch Herz, Wirbelsäule und Darmtrakt von außen erkennbar waren. Die Glasaale wurden im April an den Küsten Frankreichs gefangen und anschließend in einer Anlage im niedersächsischen Haren an der Ems mehrere Monate lang gefüttert, bis sie zum Aussetzen in der Havel groß genug waren. Inzwischen haben die Tiere auch ihre typische Haut gebildet. Die Aale wurden nahe am Ufer ausgesetzt, damit sie sich erst mal verstecken können“

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Arterhaltung. An der Havel wurden am Donnerstag 400 000 Jungaale ausgesetzt.

Arterhaltung. An der Havel wurden am Donnerstag 400 000 Jungaale ausgesetzt.
Fotos: Bernd Settnik/dpa

Aal-Appell im Morgengrauen

Einmal im Jahr stehen Berufsfischer nach Aal an. Rund 2,2 Tonnen Jungaale hat die Fischereischutzgenossenschaft in dieser Woche unter ihren Mitgliedern aufgeteilt. Die neuerliche Besatzaktion soll bei der Wiederauffüllung des europäischen Aalbestandes helfen. In den Reusen der Fischer landet Jahre später nur ein kleiner Teil der Aale.

Mit dem künstlichen Besatz sorgen die Berufsfischer von Strodehne bis Ketzin für die Wiederauffüllung des europäischen Aalbestandes, der viele Jahre rückläufig war. Schon seit 2006 koordiniert die Fischereischutzgenossenschaft Havel (FSG) in Brandenburg ein Pilotprojekt zur Förderung des Aallaicherbestandes. Zielstellung ist, dass mindestens 40 Prozent der ausgesetzten Aale nach ihrem 8- bis 15-jährigen Leben im Binnenwasser die Rückwanderung in die Laichgebiete im Golf von Mexiko antreten und erfolgreich zur Reproduktion des Aalbestandes beitragen.Quelle: MAZ